„Wer bin ich schon?“
„Als ob sich jemand für mich interessieren würde.“
„Ich kann doch eh nichts!“
„Ich bin doch gar nichts wert!“ 
Halt! Stopp! Da möchte ich euch mal eben anhalten. So kann es nämlich nicht gehen. So darf es nicht sein. Ihr seid mehr wert als solche Sprüche. Lasst uns ihnen gemeinsam den Kampf ansagen!

Selbstwertgefühl, was ist das eigentlich? Ich möchte niemanden mit Definitionen langweilen, die ich selbst erst raus suchen müsste. Es geht um das Gefühl meines eigenen Wertes. Wer den festlegt? Na, ich natürlich. Aber woran mache ich diesen Wert fest? Was lässt mich einen Wert für mein Selbst finden?

Zum einen zählen da sicher die ganzen Erfahrungen und Erinnerungen zu, die man in seinem Leben bis dahin gesammelt hat. Und dann kommt das Kritische: man vergleicht sich mit anderen. Vergleichen ist nicht immer etwas schlechtes. Oft kann es als Ansporn dienen, helfen, dass man voran kommt. Aber ganz oft ist es auch ein Hindernis. Man ist so sehr damit beschäftigt, sich mit anderen zu vergleichen, dass man sich selbst darin verliert. Man sieht nur noch, was die anderen in ihrem Leben schon geschafft haben, sie in nächster Zeit wohl noch erreichen werden und wie man selbst in der gleichen Zeit scheinbar nichts hin bekommen hat. Aber stimmt das so?

Jeder kann immer nur vor den Kopf der anderen Person schauen. Ja, vielleicht scheinen sie nach außen hin erfolgreich zu sein, haben dieses und jenes getan und werden eventuell deshalb auch von vielen bewundert. Man selbst sitzt dort und fragt sich, was man mit seinem Leben bisher angestellt hat und wie andere so viel hinbekommen, man selbst aber froh ist, wenn man es am Tag überhaupt aus dem Bett schafft.
Mal ganz abgesehen davon, wie die psychische und körperliche Verfassung ist, jeder hat seinen eigenen Lebensweg. Ja, manche Leute erreichen gewisse Meilensteine früher als andere, das heißt aber nicht, dass man niemals genauso tolle Meilensteine erreichen kann.

Ich habe bei mir selbst das Gefühl, dass ich gewisse Ereignisse vor ein paar Jahren zwar super cool gefunden hätte, aber heute damit eben viel besser damit umgehen kann. Ich bin reifer als damals, zum Glück! Und so stört es mich gar nicht, dass ich scheinbar einen späten Einstieg in meine „Karriere“ habe. Ich kann alles jetzt besser fühlen, handhaben und beschreiten, als ich es vor 5 Jahren gekonnt hätte. Ja, andere hätten das mit 21 geschafft, ich brauchte eben mehr Zeit und beginne nun mit 26. Da sehe ich kein Problem drin. Ich sehe es für mich selbst als etwas Gutes an.

Durch solche Erkenntnisse gewinne ich Selbstvertrauen. Dieses Selbstvertrauen gibt mir die Möglichkeit für mich einen Wert festzulegen. Und beides zusammen lässt mich positiv durch den Tag schreiten. Es lässt mich Probleme lösen, Dinge erfinden, kreativ sein, mich gut fühlen.

Ja, manche Leuten werden mich kritisieren und meinen Weg nicht verstehen, aber das ist okay. Vielleicht sehe ich genau so auf ihren Weg und stelle mir Fragen. Wichtig ist, dass ich weiß was ich tue. Es ist wichtig, dass ich mich selbst kennen lerne, mich einschätzen kann und das mache, was mir gut tut. Denn ich schätze meinen Wert höher ein als „nichts“. Ich darf mir daher eine Auszeit nehmen, eine Pause einlegen, um dann wieder durchzustarten. Und zwar genau so wie ich das für richtig halte. Genau so wie ich es kann. Vermutlich erwartet niemand so viel von mir wie ich selbst und meine eigenen Erwartungen enttäusche ich regelmäßig. Das wird also mein nächster Schritt zu einem besseren Gefühl meines Wertes: meine Erwartungen an mich selbst nicht so hoch stecken. Ich kenne mich und weiß was ich schaffen kann.

Wie sieht das bei euch aus? Steckt ihr eure Erwartungen auch so hoch? Was hindert euch an einem guten Gefühl zu euch selbst? 


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