Aloha ♥
Ich habe länger nichts von mir hören lassen und ich weiß nicht mal genau warum. Mir liegt sehr viel an meinen Projekten, so auch diesem Blog. Auch wenn er noch ganz klein und neu ist. Nun gut, vielleicht kenne ich einen der Gründe, weshalb es gerade ein bisschen hakt: die Gesundheit. 
Seit Wochen kommt immer mal was anderes dazu und ich bin mir sicher, dass mein Körper mir irgendetwas mitteilen möchte. Da sind zum einen die Depressionen. In letzter Zeit haben sie sich wieder ein wenig in den Vordergrund gedrängt – und zwar nicht auf die angenehmste Weise. Ich tue mich mit allem gerade sehr schwer. 
Ich schaffe es nicht regelmäßig zum Briefkasten zu gehen, weshalb ich nun Post von 2 Wochen und damit einen verpassten Termin hier liegen habe. Ich schaffe es nicht meine Wäsche zu machen, weshalb meine Mutter das übernimmt. Wenn meine saubere Wäsche hier wieder ankommt, dann schaffe ich es nicht einmal sie in den Schrank zu räumen. Ich schaffe es nicht mich gesünder zu ernähren oder irgendetwas wirklich durchzuziehen. Ich schaffe es nicht, mich an meine eigenen Ziele zu halten, auch wenn ich sie gar nicht so krass hoch angesetzt habe. Ich stehe bisher diesen Monat komplett ohne Geld da, weil ich es nicht geschafft habe, mich vorher darum zu kümmern. Dementsprechend ist weder die Miete, noch das Auto, noch irgendeine andere Rechnung bezahlt. Wenn ich weiter überlege, dann fallen mir auch noch ganz viele andere Dinge ein, die gerade nicht gehen. 
Und nun versuche ich die positiven Dinge zu sehen: Ich schaffe es jeden Tag aus dem Bett. Ich nehme täglich meine Medikamente. Ich atme. Hier und dort schreibe ich ein wenig. Ich habe wieder mit dem Sport angefangen. Ich liebe das Rudern. Ich habe das Streamen begonnen und liebe es. Ich freue mich darauf, wenn ich eine Grafikkarte in meinen PC bauen kann um dann auch mehr zu streamen als nur mein Gesicht und ein BrowserGame. Weil es Spaß macht. Ich schaffe es meistens mir etwas zu essen zu machen. Ich trinke viel Tee. Ich war zum Arzt und lasse die Schilddrüse nachschauen. Ich habe einige Projektideen im Kopf und auf Papier. Ich bin am Leben. 
Und ja, das klingt nicht superduperhyper positiv. Einfach auch weil ich es gerade nicht so fühle. Ich versuche es, aber es ist so verdammt schwer und anstrengend. Deshalb schlafe ich viel. Ich schlafe zu komischen Uhrzeiten, meist am Tag, und es ist nicht mal sonderlich erholsam. Wenn ich aufwache, bin ich immer noch kaputt. Dann gehe ich ein paar Stunden durch mein Leben und möchte mich wieder hinlegen. Tagesrhythmus? Fehlanzeige! 
Ich versuche es aber wirklich. Ich stelle mir Wecker, die ich überhöre. Ich schraube an meinen Zielen noch weiter herunter. Ich stückele sie in noch kleinere Teile, damit ich ein Erfolgserlebnis erzeugen kann, wenn ich etwas geschafft habe. 
Heute habe ich 15 Minuten an meinem Projekt gesessen. Das ist nicht viel und es sind auch nicht die meisten Wörter geworden, aber sie sind da. Es ist etwas. Ich sehe heute nicht das Monatsziel vor mir, sondern nur das Tagesziel. Da bin ich zwar nicht dran gekommen, aber ich habe alles gegeben, was ich heute konnte. Das waren 15 Minuten und 386 Wörter. Das war der Arztbesuch. Und der Termin beim Sozialamt, damit ich vielleicht irgendwo für diesen Monat Geld bekomme um nächsten Monat nicht auch noch ohne dazustehen. Es war das Aufstehen heute morgen und nochmal am Nachmittag, nachdem ich mich etwas hingelegt hatte. Es war das Gedanken-auf-Seite-schieben und sich einen Ruck geben. Sich aus dem Bett quälen. Später sich wieder hinein quälen. Es ist der Kampf gegen die ständige Müdigkeit. Die Energielosigkeit.
Es sind die Gedanken, dass ich nichts kann, nichts erreichen wird und niemals etwas zu Stande bringt. Es sind die Gedanken, dass ich zu dick bin. Es sind die Gedanken daran, was wäre, wenn mir das Leben etwas leichter fallen würde. Die Gedanken an all die Dinge, die ich gerne tun würde. 
Und doch liege ich einfach nur im Bett oder sitze am PC. Es sind die wenigen Meter dazwischen, die momentan mein Leben sind. Der Weg zum Supermarkt ist eine Weltreise. Eine Weltreise auf wenigen hundert Metern. Es ist die komplette Überforderung des Gehirns, wenn ich ins Fitnessstudio gehe und dort viele Menschen sind. Es ist der Ekel, den ich spüre, wenn jemand mich zu lange ansieht. Und es passiert schnell, dass mich jemand mal eine Sekunde zu lange ansieht. Es sind die Gedanken daran, was alles von mir erwartet wird. Was ICH von mir erwarte. 
Es ist der Gedanke, dass ich weiß was ich eigentlich kann. Und der Gedanke mit der Frage, warum ich es nicht tue. Und die Zweifel, ob ich mir das Können einfach nur einbilde. 
Es ist der Gedanke, dass ich die Menschen in meinem Umfeld vernachlässige und den Kontakt dahin ziehen lasse. Dass ich es nicht wert bin, dass sich jemand für mich interessiert und auch nur eine Sekunde seiner Zeit an mich verschwendet. 
Es ist die Hoffnung, dass irgendjemand kommt und das Gute in mir mehr sehen kann als die Probleme. Und mir eben trotzdem die Chance gibt, in seine Welt eintauchen zu dürfen. 
Es ist die Hoffnung, dass meine Freunde mich weiterhin so akzeptieren können wie ich bin und die Zeit mit mir durchgehen, so wie ich jede Zeit mit ihnen durchgehe. 
Es ist die Hoffnung, den Alltag wieder auf die Beine zu bekommen. 
Es ist die Hoffnung, den Lehrgang endlich weiter bearbeiten zu können. 
Es ist die Hoffnung, dass sich das Leben noch zum Guten wenden kann.
Es ist die Hoffnung, dass danach noch genug vom Leben übrig bleibt, damit ich es dann genießen kann. 
Es ist die Hoffnung, dass ich doch einen Wert habe. Dass ich etwas zu dieser Welt beitragen kann. Dass ich etwas erreichen kann. 
Es ist die Hoffnung, meine Erwartungen an mich selbst erfüllen zu können. Und dabei realistisch zu bleiben. 
Es ist so viel Hoffnung. 
Diese Hoffnung muss ich nehmen und in positive Energie umwandeln, damit sie mich eben genau dorthin bringt, wo ich hin möchte. Denn nur die Hoffnung alleine bringt mir nichts. Dann ist es wirklich wie in einem Song meiner Lieblingsband Architects gesungen wird: Hope is a Prison.
Mit diesen Gedanken werde ich nun nicht mehr schlafen gehen. Ich werde sie auf Seite schieben und vielleicht morgen weiter bedenken. Für heute reicht es. 
Gute Nacht  ♥

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